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Der Stiko-Vorsitzende propagiert immer deutlicher Herdenimmunität ausgerechnet für Kinder

Herdenimmunität hat nur ein westliches Industrieland angestrebt – Schweden. Die haben es aufgegeben. Unfreiwillig wird es beispielsweise in Indien und Brasilien „erforscht“. Manaus in Brasilien zeigt die Grenzen: Trotz 2/3 Infektionen mit dem Wildtyp hinderte die dabei „erworbene“ Herdenimmunität die Mutation P1 nicht daran, eine noch verheerendere zweite Welle anzurichten.
Es wird immer deutlicher, dass der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, Herdenimmunität für Kinder anstrebt. Zur jetzt geplanten Reihentestung an Schulen und Kitas äußert er sich bei der Schwäbischen Zeitung so: „Ich frage mich, wie wichtig es tatsächlich ist, jedes symptomlos infizierte Kind durch Testung zu entdecken“.
Ich hätte da eine Antwort: Die mehr als 1.000 bei uns festgestellten schweren Verläufe bei Kindern, gehen auf genau wie viele „harmlos“ und „überwiegend von ihren Eltern angesteckten“ Kinder zurück?
Oder um es sachlicher auszudrücken: Die Stiko sagt, sie habe keine ausreichenden Daten zu Impfrisiken. Daher seien die eher geringen Infektionsrisiken hinzunehmen.
Letztere wirklich festzustellen, scheint der Vorsitzende aber für nicht erforderlich zu halten.
Es ist offensichtlich eher eine Grundhaltung als eine Erkenntnis, die ihn treibt. Das ist nicht nur unwissenschaftlich, es ist inakzeptabel für diese Position. Er propagiert ohne ausreichendes Wissen die Durchseuchung der Kinder und lehnt zugleich aufgrund angeblich nicht vorhandenen Wissens die Impfung ab.
Das sollten Eltern im Interesse ihrer Kinder nicht hinnehmen. Wenn die Stiko die Impfung aufgrund der begrenzten ihr vorliegenden Daten nicht empfiehlt, sollte sie sowohl die Impf- als auch die Infektionsrisiken asap erforschen und nicht fahrlässig die Grundhaltung vom früh erworbenen Immunsystem durch gesunde Kinder propagieren, was offensichtlich auch bei Kinderärzten weit verbreitet ist.
Es könnte die Zahl der gesunden Kinder um eine Unbekannte reduzieren. Die erforscht man nicht durch einen viralen Massentest des Nachwuchses im Feld. Ansonsten sei auf internationale Wissenschaft verwiesen, denn andernorts sind sowohl die Infektions- als auch die Impfrisiken erforscht. Einige Länder kommen dadurch zu anderen Empfehlungen als wir. Mertens sollte sich auch fragen, wie er – was viele Experten erwarten – eine aufgrund ausreichender Daten begründete Änderung der Empfehlung kommunizieren möchte.
Vermutlich möchte er auch das nicht. Seine Agenda wird immer deutlicher. Eine andere als eine rein wissenschaftliche Agenda ist diesem Amt jedoch unwürdig.

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