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Marco Buschmann zur Vermögensspreizung

Ich empfinde Buschmann als Prototyp des modernen Politikers. Gewiss intelligent, er wirkt sogar ehrlich auf mich, glaubt daran, was er sagt, stolpert über die Differenz aus Selbstwahrnehmung und Kompetenz. Tatsächlich sind die Dinge halt komplexer geworden, wer keinen Mist daher reden will, muss tiefer graben. Viele Haushalte, Herr Buschmann, sparen gar nicht, weil nichts übrig bleibt. Liegt oft auch an den hohen Wohnkosten. Andere sparen wenig, i.W. für ein paar Rücklagen, um vom nächsten kaputten Auto nicht überrascht zu werden. Den beiden Gruppen mit Aktien und Immobilien zu kommen, ist höhnisch. Beiden gemeinsam ist, dass ihr einziges Vermögen Geldforderungen an Renten- und Altersvorsorgesysteme sind. Wie man die Entgeldpunkte der Rentenauskunft in Aktien investiert, erkläre man denen mal!
Dann gibt es die Eigenheimbesitzer und kleinere Vermieter. Viele von denen können sich vermögend fühlen – mittels Buchwerten. Zugleich müssen die sich wegen der hohen Preise immer mehr verschulden. Da ist die Bilanz schon trüber und sie kippt, wenn das mit den Zinsen mal ein wenig dreht und die Buchpreise dann auch noch sinken – hängt leider zusammen.
Klar haben wir die Profiteure, die vorher schon Immobilien besaßen und die Altaktionäre. Einer grüßt ganz freundlich. Ich kann seit 30 Jahren schon in Aktien sparen, mein Grinsen beim Blick ins Portfolio ist gewiss, aber ich bin wenigstens nicht so bescheuert, anderen zu erzählen, sie seien zu doof. Nein, die Mehrzahl der Menschen hat keine Chance dagegen und jetzt wird es richtig komplex: Leider ging und geht das gar nicht anders. Die Geldpolitik hat viele Löcher unternehmerischer und politischer Fehler gestopft – so schnell endet das nicht. Deshalb ist die erforderliche Reaktion auch eine ganz andere: Statt den Leuten, die es gar nicht bilden können, das hohe Lied von Sachvermögen zu singen, baut einen Staatsfonds wie die Norweger und die Schweden auf, statt sie mit Geldversprechen, das sie gar nicht tauschen können, auch noch zu binden.
Diese so gerade noch intelligenten und ansonsten unterkomplexen Sprechblasenpolitiker sind gefährlich. Wir brauchen gänzlich andere Lösungen als unser Führungspersonal sie verspricht. Das gilt leider für alle Parteien!

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