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Die Corona-Entwicklung bleibt einfach vorhersagbar

Habe gerade die dritte Impfung erhalten und ein interessantes Gespräch mit der Ärztin geführt. Sie hatte von den israelischen Studien erst aus der Presse erfahren, unter Medizinern sei das vorher kein Thema gewesen. Nun hat sie ihre Praxis für volle zwei Tage komplett auf Impfungen ausgerichtet und kann damit 24 Menschen pro Woche impfen – mehr geht nicht. Ich vermute, ansprechen wollte ich es nicht, dass das für die Praxis ökonomischer Irrsinn ist. Dass die Praxen die Drittimpfungen in der erforderlichen Menge und Geschwindigkeit durchführen können, darf man bezweifeln. Die Ärztin beklagte ferner, dass Corona dadurch auch bei ihr bereits andere Behandlungen und Interessen unnötig zurückdränge. Das passiere in den Krankenhäusern in einer nochmals anderen Dimension. Sie berichtete von mehreren Notfällen mit anderen Krankheitsbildern, die sie habe einweisen müssen und die wegen der überfüllten Krankenhäuser hier in Bayern bis nach Karlsruhe ausweichen mussten.
Nur eine einzelne Meinung?
Nein, das ist leider nur der Anfang der Entwicklung, nicht mal der Höhepunkt. Wie gestern geschrieben, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass der Verdopplungstend alle 14 Tage rasch bricht. Hier in meiner Region kann das Gesundheitssystem das schon jetzt nicht mehr kompensieren. Man sollte derzeit besonders vorsichtig Auto fahren und Alltagsrisiken mehr denn je vermeiden – jeder medizinische Notfall führt sofort zur Notlage.
Opfer dieser überflüssigen Eskalation sind Menschen, die nicht impfbar sind, die zu spät auf die erforderlichen Booster hingewiesen wurden, darauf nun möglicherweise warten müssen und die nicht wenigen, die in den Wintermonaten auf eine funktionierende Akutmedizin in Krankenhäusern angewiesen sind.
An der Meinungsbildung in der Bevölkerung ändert das wenig. Auch hier bestätigt das Bild dieser Ärztin die Gesamtlage: Erstimpfungen werden gar nicht nachgefragt, bei den Drittimpfungen sind die Tage bereits über Wochen ausgebucht.
Es dürfte unter uns ein Fünftel bis ein Drittel geben, das sich erhärtet gegen die Impfung entschieden hat. Das wäre soweit gesellschaftlich vollkommen in Ordnung und – zumindest meinerseits – auch ohne Mitleid zu akzeptieren, wenn die verheerenden Folgen durch diese Gruppe alleine zu tragen wären. Das ist aber nicht so.
Die Daten sprechen derweil eine weiter vollkommen klare Sprache. Noch eine Woche Fortsetzung des Trends und wir sind nicht nur bei den Hospitalisierungen vorne – wir nehmen UK bald auch die “Krone” der Neuinfektionen.
Betrachtet man dazu die gerade laufende Debatte im Bundestag, die viel mehr durch politische Spielchen zwischen Regierungsbildung und neuer Oppositionsrolle denn durch den Wunsch nach entschlossenem Handeln geprägt ist, so kann man nur warnen: Die Wucht dieser Entwicklung wird die Politik definitiv vor sich her treiben. Wenn die Gesundheitsversorgung breiter zusammenbricht – hier am beschaulichen Tegernsee ist es bereits so – dann kommt niemand mehr mit 2G aus. Dafür sind die Booster noch zu wenige und für die Impfdurchbrüche tickt die Uhr – die werden vollkommen normal weiter zunehmen.
Das ist alles so leicht vorhersagbar, eigentlich langweilt es mich fachlich nur noch, es war seit März letzten Jahres nahezu ein Kinderspiel, die weitere Entwicklung zu erkennen – die politischen Handlungen inklusive.

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