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In der Krise steigen die Unternehmensgewinne – das ist nicht gut

Mit der Corona-Krise ist eine bemerkenswerte Entwicklung eingetreten: Die Gewinne der Unternehmen sind im langjährigen Vergleich exorbitant gestiegen. Die geld- und finanzpolitischen Stützungsmaßnahmen sind also überwiegend in den Kassen der Unternehmen gelandet.
Die beabsichtigte Stützung der Wirtschaft in einer schweren Krise ist möglicherweise deutlich zu weit gegangen. Das und die gestiegenen Kosten jenseits der Lohnstückkosten könnten die Auslöser der Inflation sein. Die Reallöhne sind hingegen gesunken.
Die Charts legen nah, dass dies grundsätzlich für die USA und die EU gleichermaßen gilt. Die staatlichen Krisenprogramme dürften Ökonomen noch sehr lange beschäftigen. Die haben zwar eine schwere Wirtschaftskrise vermieden, waren aber vielleicht falsch justiert.
Auch jüngst zeigt es sich, dass viele Unternehmen nicht nur die steigenden Beschaffungskosten – wegen der Lieferketten und der Energiepreise – weiter reichen können, sondern dabei auch Margenausweitungen möglich sind. Das ist keine wünschenswerte Entwicklung. Nichts gegen eine starke Wirtschaft mit gesunden Unternehmensgewinnen, aber ausgerechnet in der Krise ist das eine nicht erstrebenswerte Umverteilung.
Wenn dauerhaft die Verbraucher und Lohnempfänger benachteiligt sind, führt das zu keiner stabilen Ökonomie. Leider gibt es keinen einfachen Mechanismus, das zu stoppen. So lange Unternehmen Preise durchsetzen können, werden sie es tun. Die Spirale dürfte erst enden, wenn die Verbraucher diese Preise zunehmend nicht mehr tragen können.
Das ist politisch nicht gut, Sorgen um die Preise sind laut aktuellen Umfragen für viele bereits relevanter als Corona oder der Ukraine-Krieg. So züchten die Krisen eine gefühlt noch größere, möglicherweise durch falsche oder überzogene Stützungsmaßnahmen.

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