Ein interessantes Experiment. Zwei kurze nur wenige Aspekte klarstellende Beiträge zu Drohnenschwärmen. Anlass die Sache mit den russischen Gerbera über Polen. Nicht ein Wort zur Frage, wer das war und warum das passierte. Nur etwas Drohnentechnik.
Ergebnis: Trollüberfall auf Facebook, fast 1.000 Kommentare, ganz vorbei ist es immer noch nicht. Ich habe dem etwas Zeit gewidmet, weil ich wissen wollte, ob die Leute echt sind und glauben, was sie da tun. Mein Eindruck: Die meisten leider ja.
Deren Trigger: Irgendwelche Bilder aus irgendwelchen Medien. Favorit ein Hühnerstall, gefolgt von einem Hausdach. Die weitgehend unbeschädigten auf Feldern hatte ich schon entkräftet, wobei das auch nicht alle gelesen oder verstanden hatten. Die Erwartung: So ein Bild müsse erklärt werden, weil das so nicht möglich sei. Die einen erwarteten Einschusslöcher, weil die Drohnen ja abgeschossen wurden (aber nicht alle), die anderen meinten, die könnten nicht so landen (Hühnerstall) oder so eine Zerstörung anrichten (Dach). Wenn man so ein Bild nicht erklären kann, muss alles Fake sein.
Intellektuell immer dasselbe erbärmliche Spiel: Kann man so ein Bild nicht erklären – ich habe keine einzige Begründung auch nur versucht – so folgt die Erklärung der Diskutanten. Die überwältigende Mehrheit konnte aus dem Hühnerstall eine false flag Aktion der Ukraine zweifellos ableiten. Als dann Meldungen kamen, das fragliche Dach sei anders beschädigt worden – mal war es ein Sturm, mal eine fehlgeleitete polnische Abwehrrakete – folgten die „siehste“-Kommentare, die Ukraine war überführt und ich bekam als Belohnung um die 50 Sperren.
Ich fürchte tatsächlich, dass die meisten sich in der Wirkung dieser Bilder so verfangen hatten, dass sie den tiefen Unfug ihrer Gedankengänge gar nicht mehr erkennen konnten. So simpel kann man primitive Lügengeschichten in menschlichen Hirnen verankern.
Nur ein wenig Technik dazu: Ich werde weiter keines dieser Bilder bewerten, wozu auch. Technisch ist folgendes zu sagen:
– Diese Drohnen segeln ohne Sprit weiter und wie die dann runter kommen, ist ein Spiel von extrem leichtem Material, Wind und Bodenverhältnissen.
– Diese Drohnen segeln ohne Sprit weiter und wie die dann runter kommen, ist ein Spiel von extrem leichtem Material, Wind und Bodenverhältnissen.
– Werden diese 2x2m Sperrholz- und Hartschaumkisten von einer Rakete in 2.000m abgeschossen, sieht man am Boden genau gar nichts mehr.
– Funktioniert der Zielanflug noch oder löst sich aus, schlagen die mit ca. 250-300 km/h ein. Bei einem Gewicht von 18kg „tut das weh“ und normalerweise sind da ca. 5kg Sprengstoff drin. In diesen hat man jedoch keinen gefunden – hinterher.
– Das Märchen von der Kaperung durch Fernlenkung kann man vergessen. Diese Steuerungen lassen sich kurz irritieren, so dass die Drohnen ihr Ziel nicht mehr finden, die können dadurch auch erratisch reagieren, aber über 100e km gezielt irgendwo hin leiten kann man die nicht.
– Es sind russische Drohnen. Von Russland selbst sogar öffentlich vorgestellt. Wenn die nicht mehr alle selbst brauchen, kann man die nämlich per Katalog bestellen.
– Starten und steuern kann die nur Russland. Es ist nicht möglich, die Steuerung umzuprogrammieren und die selbst einzusetzen. Das geht bei solchen elektronischen Steuerungssystemen nie, die bleiben in der Hoheit des Herstellers.
– Alle Spekulationen, da habe irgendwer irgendjemand täuschen wollen, sind real lächerlich. Wenn 20 Drohnen in einem der best überwachten Lufträume der Welt über 100e km fliegen, dann weiß jedes Militär von Washington über Kiew und Moskau bis Peking, wer die gestartet hat, woher die kamen und wo die gerade sind.
Mehr weiß ich dazu auch nicht, aber das hier ist keine Meinungsäußerung.




