black and brown ships under cloudy sky

Erste Details zum Gasvertrag mit Katar

Keine Überraschung. Katar verhandelt hart, Habeck wurde freundlich behandelt, die knallharten Details kommen jetzt auf den Tisch. Sie wollen sehr lange laufende Verträge und Preise, die sich an den internationalen Ölmärkten orientieren. Ferner wollen sie es koppeln mit einer engen Kooperation im Technologiesektor.
Strukturell kommen wir da in die nächste Abhängigkeit. Das ist zwar nicht so ein Irrsinn wie der Verkauf der eigenen Versorgungsinfrastruktur nach dem Gazprom-Muster, aber das sind auch keine Verträge, die man „freiwillig“ so eng, so umfassend und zugleich so lang abschließen möchte.
Hoffentlich hat nun jeder begriffen, dass Gas politisch tot ist. Der Markt ist viel kleiner und viel enger als der Ölmarkt. Russland spielt eine zu große Rolle, um sie da einfach raus zu nehmen. Das bleibt eine Mangelwirtschaft, bei der sehr wenige Anbieter mit Vorkommen eine natürliche dominante Rolle spielen. Diversifikation ist auf dem Markt letztlich gar nicht möglich.
Das tut angesichts der verschleppten Energiewende mehrfach weh. Gas war aus ökonomischen und ökologischen Gründen eine sehr gute Brückentechnologie, um aus fossilen Brennstoffen auszusteigen. Leider sind wir über die Brücke nicht gegangen, sondern haben uns auf ihr ausgeruht.
Nun ist sie eingestürzt. Das kann man leider nicht anders beschreiben. Jetzt muss die Energiewende beschleunigt und dabei der Ausstieg aus Gas sogar priorisiert werden. Das wird ökologisch und ökonomisch nun leider teuer. Die Gas-Dividende, die wir für die Energiewende mal hatten, ist nun um ein Vielfaches wieder zurück zu zahlen.
So ist das, wenn man aufgrund kurzfristiger ökonomischer Vorteile die eigene Strategie vernachlässigt. Leider bleibt Habeck trotzdem gar nichts anderes übrig, als nun kurzfristig andere Quellen für Gas zu erschließen. Es wird diesen Vertrag mit Katar geben.
Hoffentlich geht die eigentliche Botschaft dabei nicht verloren. Daher wiederhole ich sie: Raus aus allen fossilen Brennstoffen, auch Gas ist tot.

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